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Voraussetzungen, Wichtige Einflussfaktoren, Kontrollfragen

INHALTSVERZEICHNIS

 1 VORAUSSETZUNGEN 31.1 Persönliche Voraussetzungen 31.2 Marketing 41.2.1 Von der Idee zum Konzept 41.2.2 Welche Punkte sind unbedingt zu analysieren und für die nähere Zukunft abschätzbar 51.2.3 Marketingziele 51.2.4 Marketinginstrumente 61.3 Finanzierung 71.3.1 Der Kapitalbedarf 71.3.2 Die Kapitalbeschaffung 71.3.3 Liquidität und Finanzplan 81.4 Gewerberecht 91.4.1 Gewerbeschein 91.4.2 Allgemeine Voraussetzungen für einen Gewerbeschein 91.4.3 Befähigungsnachweis 91.4.4 Allgemeine und besondere Voraussetzungen 101.4.5 Gewerblicher Geschäftsführer 101.4.6 Fehlen bestimmter Voraussetzungen und/oder keine Nachsicht möglich 112 WICHTIGE EINFLUSSFAKTOREN 122.1 Standort 122.2 Einzellunternehmen oder Gesellschaft 132.2.1 Einzelunternehmer 132.2.2 Gesellschaften 14Siehe Referat „Gesellschaftsrecht“ 142.3 Unternehmensbezeichnung 172.4 Gewerbliche Sozialversicherung 182.4.1 Höhe der Sozialversicherung 182.5 Nebenberuf Unternehmer 192.5.1 Arbeitsrecht 192.5.2 Sozialversicherung 192.5.3 Einkommensteuer 202.6 Steuern 212.7 Betriebliches Rechnungswesen 222.7.1 Buchhaltung (verpflichtend) 222.7.2 Kostenrechnung (freiwillig) 232.8 Mitarbeiter 242.8.1 Wie finde ich Mitarbeiter 242.8.2 Mitarbeitermotivation 242.8.3 Wie beschäftige ich Mitarbeiter 242.8.4 Sozialversicherung der Mitarbeiter 252.9 Gewährleistung – Garantie - Produkthaftung 262.9.1 Gewährleistung 262.9.2 Garantie 262.9.3 Produkthaftgesetz 262.10 Betriebliche Versicherungen 272.11 Schritte zur Betriebsgründung 282.11.1 Die Schritte der Gründung eines nicht protokollierten Einzelunternehmens 282.11.2 Die Schritte einer OEG - oder KEG - Gründung 282.11.3 Die Schritte einer GmbH - Gründung 293 KONTROLLFRAGEN 31


  1. Voraussetzungen

    1. Persönliche Voraussetzungen

Wenn man überlegt, sich selbstständig zu machen, muss man sich einige Fragen stellen:

  • Will man die Sicherheit eines oft gut bezahlten Arbeitsplatzes aufgeben ?

  • Wird man von der Familie unterstützt ?

  • Ist man fachlich qualifiziert ?

  • Ist eine Finanzierung möglich?

  • Hat das Produkt überhaupt einen (gesicherten) Markt ?


    1. Marketing

      1. Von der Idee zum Konzept

 

  • Wem Ihr Produkt einen Nutzen bringt?

 

  • In welchen geographischen Regionen oder Bevölkerungsschichten man diesen Personenkreis finden?

  • Wie viel ein Kunde dafür zu zahlen bereit ist?

  • Wie man an Kunden herankommt?

  • Wie sich ihre Verkaufschancen in den nächsten Jahren entwickeln wird?

  • Welches Zusatzprodukt ihre Chancen verbessert?

  • Wer ihre Mitbewerber sind und deren Schwächen und Stärken liegen?

  • Warum soll der Kunde gerade bei ihnen Kaufen?

Wenn man all dies Punkt positiv beantworten konnte ist das eine gute Voraussetzung für ein Unternehmen

Marketing ist die kunden-, bzw. markt- sowie umfeldorientierte Führung eines Unternehmens.

      1. Welche Punkte sind unbedingt zu analysieren und für die nähere Zukunft abschätzbar

Es ist äußerst wichtig in folgenden Bereichen Marktforschung zu betreiben.

Marktumfeld

  • Welchen Geographische Ausdehnung besitzt mein Markt (Bezirk, Österreich, Europa)?

  • Wirtschaftsentwicklung in meiner Branche?

  • Auswirkungen der Konjunkturschwankungen auf meine Branche?

  • Mit welchen Norm- Gesetzänderungen ist in nächster Zukunft zu rechnen?

  • Mit welchen Trendumkehr ist zu rechnen (Naturprodukte,...)?

  • Gibt es Marktnischen?

Kunden

 

  • Wichtig ist es, die Kaufgewohnheit der Kunden genau zu erforschen (gibt es einen Servicebedarf, Modetrends, Beratung, wie sieht es mit Qualitätsbewusstsein aus, Umweltschutz,.....)

Mitbewerber

 

  • Wer sind meine Hauptkonkurrenten (Größe, Anzahl, Marktanteil)?

  • Ist mit neuen Konkurrenten zu rechnen.?

  • Finanzkraft der Konkurrenten?

  • In welcher Qualitäts- und Preisklasse liegen die Konkurrenten?

      1. Marketingziele

  • Umsatz, Gewinn, Rentabilität

  • Marktanteil

  • Zufriedenheit der Mitarbeiter

  • Sicherheit

      1. Marketinginstrumente

  • Angebotsgestaltung (Produkt- und Sortimentspolitik) beziehen sich auf die Leistungen und Produkte

  • Preisgestaltung (Preispolitik) Preis zu beeinflussen und bestimmen

  • Marktbearbeitung (Kommunikationspolitik) Bestimmung der Art und Größe der Werbung

  • Warenverteilung (Distributionspolitik) Betrifft Vorkehrungen, um das jeweilige Produkt


    1. Finanzierung

      1. Der Kapitalbedarf

Eine gute Finanzierung ist die Grundlage für den erfolgreichen Aufbau eines Unternehmens. Dazu muss zu allererst geklärt sein, wie hoch das benötigte Kapital ist. Man muss dabei sehr Acht geben, jede Kostenstelle zu berücksichtigen.

  • Kapitalbedarf für Investitionen:

z.B.: Grundstücke, Gebäude, Fahrzeuge, ...

  • Kapitalbedarf für Waren und Materiallager

Man sollte den durchschnittlichen, voraussichtlichen Lagerbestand mitplanen.

  • Laufender Kapitalbedarf

Ausgaben, die im Zeitraum zwischen Auftragseingang, und Zahlungseingang entstehen.

      1. Die Kapitalbeschaffung

Durch den Kapitalbedarfsplan, erkennt man wie viel Geld zum Start des Unternehmens benötigt wird. Nun stellt sich die Frage woher man dieses Geld bekommen könnte.

  • Eigenkapital

Jenes Geld, welches man selbst aufbringen kann. Aufbringungsmöglichkeiten wären u.a. Sparguthaben, Wertpapiere, und auch eventuell belehnbare Werte wie z.B.: Grundbesitz, Wertgegenstände, Bausparverträge, ...

  • Fremdkapital

z.B.: Kredite

  • Investitionskredit

Dient zur Finanzierung von Anlagevermögen (Grundstücke, Maschinen, ...). Die Laufzeit des Kredites sollte der Nutzungsdauer entsprechen.

  • Leasing

Investitionsgüter werden angemietet, und können nach einer gewissen Zeit in den Eigenbesitz übergehen.

  • Lieferantenkredit

Ist der bequemste, aber teuerste Kredit. Er entsteht, wenn eine Wahre nach Eingang der Rechnung nicht bezahlt wird. Der Teuerste ist der Lieferantenkredit deshalb, weil man sich meist innerhalb einer bestimmten Frist ein Skonto abziehen kann.

 

Beispiel: Skontoabzug innerhalb von 30 Tagen 3%

è entspricht dass einem Jahreszinssatz von 36,5 %

Der wesentlichste Partner bei einer Kreditaufnahme ist jedoch die Bank. Um einen Kredit auch wirklich finanziert zu bekommen, muss man sein Projekt der Bank präsentieren. Außerdem sollte man ihr auch gewisse Sicherheiten bieten könnten (Haus, ...).

Man sollte auch mit mehreren Banken über den Kredit verhandeln, um so den Günstigsten zu bekommen.

  • Finanzierung mit Förderung

Gerade Jungunternehmer werden bei Existenzgründung vom Staat gefördert. So erhält man unter Umständen Kredite mit einem weit niedrigeren Zinssatz.

      1. Liquidität und Finanzplan

Wenn man sich also über die Kapitalbeschaffung im Klaren ist, sollte man einen Finanzplan mit chronologischer Abfolge erstellen. Es geht darum, ob eine mögliche Zahlungsunfähigkeit nicht schon in den ersten Monaten nach dem Start des Unternehmens auftritt, beeinflusst eventuell durch Zahlungsrückstände.

Beispiel wie ein derartiger Finanzplan aussehen könnte:

 
 
 
 
 
1. Zahlungsmittelanfangsbestand
 
 
 
 
2. Geplante Einzahlungen
 
 
 
 
Umsätze (inkl. MWSt.)
 
 
 
 
aus Kreditzusagen
 
 
 
 
Privateinlagen
 
 
 
 
sonstige Einzahlungen (inkl. MWSt.)
 
 
 
 
Summe Einzahlungen (1) + (2)
 
 
 
 
3. Geplante Auszahlungen
 
 
 
 
auszahlungswirksame Kosten
lt. Kostenplan
 
 
 
 
Auszahlungen für Investitionen
(inkl. MWSt.)
 
 
 
 
Auszahlungen für Material
(inkl. MWSt.)
 
 
 
 
Privatentnahmen
 
 
 
 
Zahlungen an das Finanzamt
 
 
 
 
Zinszahlungen/Bankspesen
 
 
 
 
Kapitaltilgungen
 
 
 
 
sonstige Zahlungen (inkl. MWSt.)
 
 
 
 
Summe Auszahlungen
 
 
 
 
Unter-/Überdeckung (1) + (2) + (3)