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Datenautobahn

Robert Krimmer

Fachbereichsarbeit
aus
Informatik

Datenautobahn

eingereicht bei: Prof. Mag. Robert Lorenz

Bundesgymnasium Feldkirch, am 23. Februar 1996


Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS 2

VORWORT 4

KAPITEL 1 - DIE DATENAUTOBAHN 5

KAPITEL 2 - GESCHICHTE UND AUFBAU 7

2.1 Das Internet 7

2.1.1 Die Geschichte 7

2.1.2 Die Adressierung 10

2.1.3 Der Aufbau 12

2.1.4 Die Verwaltung 14

2.2 CompuServe 14

2.2.1 Die Geschichte 14

2.2.2 Die Adressierung 15

2.2.3 Der Aufbau 15

2.2.4 Die Verwaltung 16

2.3 Das FidoNet 17

2.3.1 Die Geschichte 17

2.3.2 Die Adressierung 19

2.3.3 Der Aufbau 20

2.3.4 Die Verwaltung 22

KAPITEL 3 - VERGLEICH DER NETZWERKE 23

3.1 Die Angebote und Dienste 23

3.1.1 Angebote und Dienste des Internet 23

3.1.2 Angebote und Dienste von CompuServe 27

3.1.3 Angebote und Dienste des FidoNet 29

3.2 Die Kosten 31

3.2.1 Kosten des Internet 32

3.2.2 Kosten von CompuServe 33

3.2.3 Kosten des FidoNet 33

3.3 Anwenderprofil 34

3.3.1 Anwenderprofil des Internet 34

3.3.2 Anwenderprofil von CompuServe 34

3.3.3 Anwenderprofil des FidoNet 34


3.4 Der direkte Vergleich 35

3.4.1 CompuServe und Internet 35

3.4.2 FidoNet und Internet 35

3.4.3 CompuServe und FidoNet 35

3.4.4 Zusammenfassung 36

3.5 Kurzübersicht 36

KAPITEL 4 - AUSBLICK 37

4.1 Zukunft des Internet 37

4.2 Zukunft von CompuServe 38

4.3 Zukunft des FidoNet 38

4.4 Zukunft der Datenautobahn 38

4.5 Resümee 39

GLOSSAR 40

INDEX 47

ABBILDUNGS- UND LITERATURVERZEICHNIS 50


Vorwort

Im August 1993 kaufte ich mir während eines USA-Aufenthalts ein Modem. Mir war nicht bewußt, welche Bedeutung es für mich einmal haben würde. Zurück in Österreich waren die notwendigen Kabel rasch besorgt und schon konnte das Vergnügen beginnen. Die Mailboxen in der Umgebung waren schnell erkundet. Darunter war auch die “3-Ländereck BBS” in Feldkirch, der ich auch den Kontakt mit dem FidoNet verdanke. Im Mai 1994 wurde ich als Point Teilnehmer mit der Adresse 2:318/4.5. Schnell machte ich Bekanntschaft mit den Nodes in Vorarlberg, die mich alle herzlich begrüßten und in ihre Gemeinschaft aufnahmen. Ich wollte auch Node werden. Zu Ostern 1995 war es nach harter Arbeit geschafft und ich war das 8. offizielle Mitglied mit der Nummer 2:318/8.

Kurz darauf, im Mai 1995, wurde ich durch einen Mailboxbenützer auf den Onlinedienst Magnet aufmerksam. Kurz entschlossen beantragte ich die Mitgliedschaft. Besonders die eigene Internet e-mail Adresse lockte mich. Jetzt war ich weltweit unter “krimmermagnet.at” erreichbar.

Durch das alles angeregt und zugleich onlinesüchtig, kam ich auf die Idee eine Fachbereichsarbeit über die Datenautobahn zu schreiben. Dabei möchte ich dankend erwähnen:

  • Franz Ehgartner (2:318/1), Rudolf Öller (2:318/2.4), Dieter Jost(2:318/3) und Michael Lusser (2:318/7) für ihre Einführung und Hilfe im FidoNet

  • Franz Fiala (ffialaccc.or.at; 2:310/1.36) für die PC-NEWS edu Artikel

  • Klaus Lerch (k.lerchegger-lerch.co.at) für die Einführung in Magnet

  • Wolfgang Hirn (w.hirnmagnet.at) für seine Ratschläge

  • Karlheinz Albrecht für die Unterstützung bei der Recherche

  • meine Eltern, für ihren geistigen, körperlichen und vorallem finanziellen Beistand

 

Robert Krimmer, am 23. Februar 1996

Telefon: +43/5522/42120 FidoNet: 2:318/8

Fax und Mailbox: +43/5522/48001 e-mail: krimmermagnet.at


Kapitel 1 - Die Datenautobahn

 

Das Wort “Datenautobahn” ist ein Modewort, ebenso wie Multimedia oder Cyberspace. Daher läßt sich in den gängigen Nachschlagewerken auch kein Eintrag dieser Begriffe finden. Trotzdem kann man diese Schlagworte nicht nur in spezialisierten Computerzeitungen finden, sondern auch in Tageszeitungen, im Radio, im Fernsehen und im täglichen Sprachgebrauch.

 

Der Begriff der Datenautobahn (engl. Information Highway oder Information Superhighway) an sich wurde durch den amerikanischen Vizepräsidenten,
Al Gore, geprägt. Bereits 1991, als er noch Kongreßabgeordneter war, sagte er:

 

“Um alle Vorteile des Informationszeitalters zu nutzen, müssen wir nun einen Schritt weiter gehen: Hochgeschwindigkeitsnetze müssen eingerichtet werden, die Millionen Computer miteinander verbinden, mit Möglichkeiten, die wir uns heute nicht einmal vorstellen können. [...] Seit nahezu 15 Jahren bemühe ich mich, die Bundespolitik [der USA] dahingehend zu verändern, daß wir als gesamte Nation in die notwendige Infrastruktur von Information Superhighways investieren.”


Nicholas Negroponte beschreibt in seinem Buch “Total Digital” sehr gut die Bedingungen für die Entstehung und den Weiterbestand der Datenautobahn:

“Genau wie eine Naturgewalt kann auch das Digitalzeitalter weder ignoriert noch gestoppt werden. Denn es besitzt vier mächtige Eigenschaften, die letztendlich zu seinem Triumph führen werden: Dezentralisierung, Globalisierung, Harmonisierung und Befähigung zum Handeln.”

Auch wenn mittlerweile nicht der Staat den Ausbau der Datenautobahn vorantreibt, sondern die Privatwirtschaft (ganz im Gegensatz zum vergleichbaren historischen Projekt, dem Ausbau des Autobahnnetzes während der 50er Jahre, bei dem der Staat die treibende Kraft war), so sind der Sinn und Zweck gleich geblieben: Die Datenautobahn soll den schnellen Transport von digitalen Informationen, sprich Fernübertragung von Sprache, Bild, Text und Ton (= multimediale Datenübertragung), ermöglichen. Voraussetzung dafür sind hohe Übertragungsraten und eine hohe Bandbreite des Mediums. Darin liegt auch das Problem: Es fehlt zur Zeit ein weltumspannendes Kabel- oder Telefonleitungsnetz, das diese hohen Erfordernisse erfüllt. Weder das normale, analoge Telefonnetz noch das digitale ISDN-Netz können die notwendige Bandbreite und Geschwindigkeit bieten. Für die Zukunft hofft man aber auf die Weiterentwicklung des ATM-Netzes.

Die Datenautobahn ist wie jeder andere Begriff auch mit Vorurteilen belastet. So wird aufgrund der Berichterstattung der Presse das Bild verbreitet, daß die Datenautobahn nur aus dem Internet besteht. Obwohl das Internet die bei weitem größte Benutzeranzahl hat, gehören genauso andere Datennetze wie CompuServe, FidoNet oder auch die Netzwerke von Kabelgesellschaften dazu. Aber auch “Video on Demand”, das durch die hohe Reichweite der Kabelgesellschaften (USA: 58% der Haushalte besitzen einen Kabelanschluß) bald die herkömmliche Videothek ablösen könnte, gehört zur Datenautobahn.


Kapitel 2 - Geschichte und Aufbau

2.1 Das Internet

2.1.1 Die Geschichte

Die Anfänge des Internet finden sich, wie bei vielen anderen großen Entwicklungen auch, in einem Projekt mit einem ganz anderen Ziel: das ARPANET, das 1969 von Bolt, Beranek und Newman im Auftrag der ARPA (Advanced Research Projects Agency) des US-Verteidigungsministeriums entwickelt wurde, war der Anfang. Teilnehmer an diesem Netzwerk waren das Militär, die Rüstungsindustrie und einige Universitäten. Es diente den Forschern bei der Informationsübermittlung und derer gemeinsamen Nutzung und sollte im Falle eines Nuklearangriffs die Aufrechterhaltung der Kommunikation gewährleisten. Die Entwicklung ging rasant weiter. Nachdem die Entwickler nur Forscher den Zugriff erlaubten, die ihre selbst entwickelten Programme auf fernen Rechnern testeten, wurden nach und nach Möglichkeiten zur Datei- und Nachrichtenübermittlung geschaffen.

Als neben dem ARPANET auch andere Netzwerke entwickelt wurden, wurde klar, daß es eine gemeinsame Schnittstelle zum Datenaustausch geben mußte. Daraufhin wurde 1973 von der in DARPA (Defense Advanved Research Projects Agency) umbenannten ARPA das Programm “Internetting Project” ins Leben gerufen. Aufgabe dieses Programms war es, das Internetting - das Vernetzen verschiedener Netzwerke unter Umgehung von netzwerkspezifischen Werkzeugen durch sogenannte Gateways - voranzutreiben.

Die Lösung für solche Internet-Verbindungen lag in der Verwendung des richtigen Protokolls. Dadurch ermöglicht man einen von der Plattform (sprich von der verwendeten Hard- und Software) unabhängigen, standardisierten Informationsaustausch. Das TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) ist ein System von Protokollen, das 1974 von Robert Kahn und Vinton G. Cerf entwickelt wurde.

Als TCP/IP vom US-Verteidigungsministerium für alle ARPANET-Hosts vorgeschrieben wurde, war damit ein Standard festgelegt, auf dessen Grundlage das Internet wachsen konnte. Es ermöglichte, weitere Netzwerke dem ursprünglichen Netzwerk hinzuzufügen, ohne daß daran selbst Änderungen vorgenommen werden mußten.

Die Geburtsstunde des Internet wird allgemein im Jahre 1983 angesiedelt. Damals wurde das ARPANET in das MILNET, das die militärische Funktion übernahm, und in das ARPANET für die weitere Forschung im Netzwerkbereich, aufgeteilt. Das CSNET war zu Beginn der 80er Jahre das erste eigenständige Netzwerk, das die Erlaubnis der DARPA erhielt, sich dem ARPANET anzuschließen.

Das ARPANET selbst wurde im Juni 1990 aufgelöst und dessen Funktion in die größere Struktur des Internet integriert, wobei die National Science Foundation (NSF) viele der Funktionen übernahm. Die beiden Netzwerke ARPANET und CSNET hatten jedoch bereits das grundlegende Prinzip des Internet geschaffen: Netzwerke sollen durch arbeitsfähiger Protokolle über Gateways mit neuen Netzwerken, die dem permanent wachsenden Metanetzwerk hinzugefügt werden, kommunizieren.

Die NSF wollte die sechs Supercomputerzentren in den USA mit einem Netzwerk verbinden. So entstand das NSFNET (National Science Foundation Network). Als Protokoll wählte man TCP/IP und damit war 1986 die Funktion des NSFNET als Backbone-Netzwerk (engl. Rückgrat) des Internet geboren. Die NSF förderte daneben noch die Gründung regionaler Netzwerke, mit dem Ziel auch die Universitäten einzubinden. Da der Datenverkehr sehr rasch zunahm, schloß man einen Vertrag mit Merit, Inc. (Michigan Education and Research Infrastructure Triad) ab. Diese arbeiteten eng mit der Telefongesellschaft MCI Corporation und IBM zusammen. Durch diesen Vertrag wurde Merit die Verwaltung, Betreibung und weitere Entwicklung des NSFNET-Backbones übertragen. Zum damaligen Zeitpunkt waren 13 Orte verbunden (die 6 Supercomputerzentren, der Rest regionale Netzwerke). Die anfänglich verwendeten 56 Kbps (Kilobit-pro-Sekunde) Standleitungen waren schnell überlastet, dadurch mußten die 13 Knoten bereits im Juli 1988 mit 1,5 Mbps (Megabit-pro-Sekunde) Leitungen vernetzt werden. Der Datenverkehr wuchs noch stärker (mit einer 20% Wachstumsrate pro Monat) an. Ein 14. Knoten wurde hinzugefügt, ebenso Verbindungen zu FIX East und FIX West (Federal Interagency eXchange). Das sind Verbindungspunkte zu Einrichtungen der amerikanischen Regierung (FIX West befindet sich im NASA Ames Research Center in der Nähe von San Francisco und FIX East in der Nähe der Universität von Maryland).

Im September 1990 wurde ANS (Advanced Networks and Services) von Merit, IBM und MCI gegründet. Der Auftrag der ANS war, den Backbone des NSFNET zu betreuen und einen weiteren mit einer Leistung von 45 Mbps aufzubauen, um den alten Backbone abzulösen. Dieser neue Backbone nahm am 2. Dezember 1992 den Betrieb auf. Den Bedarf zeigt der Datenverkehr auf: Im August 1988 wurden 195 Millionen Pakete im NSFNET transportiert, im November 1992 waren es schon 24 Milliarden, das heißt die Schallmauer von 1 Million Pakete pro Tag wurde erreicht. Trotzdem nahm der Netzwerkverkehr immer noch mit einer Wachstumsrate von 11% pro Monat zu.

Die ANS gründete einen Ableger namens ANS CO+RE. Sie versorgte die wachsende Zahl der kommerziellen Benutzer.

Da das NSFNET keine kommerziellen Daten weiterleitet, mußte ein Transportweg für die steigende Kommerzialisierung des Internet gefunden werden. So gründete die ANS einen Ableger namens ANS CO+RE, der die kommerziellen Benutzer des Netzwerkes versorgen sollte.

Das NSFNET war damit nicht mehr der Backbone für den Internetverkehr der USA, sondern nur noch ein Kunde der ANS. Die Rolle als das Forschungsnetzwerk der USA und als Bindeglied zwischen Forschung und Regierung hat es dadurch aber nicht verloren. Es verknüpft immer noch die Regierungsnetzwerke ESNET (Department of Energy) und NSInet (National Aeronautics and Space Administration), sowie regionale und lokale Netzwerk.

In Europa fehlt diese logische Struktur der Backbones völlig. Das Datennetz ist eher als ein Gewirr von Feldwegen anzusehen. Die Mehrzahl der Verbindungen besteht aus 2 Mbps Datenleitungen. Der Großteil der europäischen Telefongesellschaften ist noch verstaatlicht, und hat daher kein kundenorientiertes Angebot. Daraus ergeben sich Probleme: In Deutschland zum Beispiel sind keine Datenleitungen mit Kapazitäten zwischen 2 und 34 Mbps vorhanden.

Aus einem Projekt der Universität Dortmund ging im Jahr 1985 die Firma EUnet Gmbh hervor. Sie war der erste Internetknoten für kommerzielle Kunden. Die Universitäten waren auch lange Zeit die einzige Möglichkeit für Einzelpersonen, einen bezahlbaren Internetzugang zu erhalten. Diese Situation änderte sich erst, als sich der Online - Trend Amerikas zu Beginn der 90er Jahre auch in Europa bemerkbar machte. Es entstanden neben der Firma EUnet auch Provider wie Xlink, MAZ, ERCR, Contrib.Net und Nacamar. Als prominente Vertreter kann man auch noch die deutsche Telefongesellschaft Telekom und IBM nennen, die jeweils ein großes Netz eigener Einwählknoten anbieten.

Doch das Problem liegt mittlerweile nicht mehr in der Anzahl der Anbieter, sondern in der fehlenden Kommunikation untereinander. So muß ein Paket manchmal den weiten Weg über den Teich nach Amerika und wieder zurück, antreten um von Feldkirch nach München zu gelangen. Als Lösung war das WiN (Wissenschaftsnetz), das Pendant zum NSFNET, gedacht, doch die Mittel und die Erkenntnis, daß ein solcher Backbone sich in Kürze bezahlt macht, fehlten.

2.1.2 Die Adressierung

Um jedem Rechner eine eindeutige Kennung geben zu können, werden im Internet 2 Adressierungsarten verwendet. Zum einen gibt es die IP-Adresse, zum anderen die DNS-Adresse. Sie sind vollkommen gleichwertig und beide Formate können je nach Belieben benutzt werden.

2.1.2.1 IP-Adresse

Damit der Rechner die Datenpakete zu der richtigen Destination liefern kann, muß die Adresse maschinenlesbar sein: Man verwendet logischerweise das binäre Zahlensystem. Diese Internet-Adresse ist im 32-Bit Format geschrieben, das heißt die Zahl hat 32 Stellen:

01101100101100101101100110110101

Da man sich eine solche Zahl nur sehr schwer merken kann, wird sie zunächst in vier 8-Bit Informationen und dann in Dezimalzahlen umgewandelt. Dadurch entstehen vier Zahlenblöcke, die jeweils durch einen Punkt voneinander getrennt sind.

123.45.67.89

Dies wird nun “Internet-Protokoll-Adresse” genannt. Um eine Art Hierarchie zu erreichen, werden die Netzwerke anhand der Anzahl der angeschlossenen Rechner klassifiziert.

Klasse
Netzwerknummer
max. Anzahl Computer
A
1-126
16.387.064
B
128-191
64.516
C
192-223
254

Tabelle 1: Klassifizierung der IP-Adresse

In der Klasse A beschreibt der erste Zahlenblock (von links) das Netzwerk und die restlichen drei Blöcke bleiben für die angeschlossenen Computer. In der Klasse B stehen die ersten zwei für ein Netzwerk, in der Klasse C sogar die ersten drei. Somit verbleiben bei B zwei Blöcke, bei C gar nur ein Block für die Computer übrig. Das MSN (Microsoft Network) ist ein Beispiel für ein Netzwerk A, das des Providers Computerhaus ist vom Typ C.

2.1.2.2 DNS-Adresse

Der grundlegende Unterschied zur IP-Adressierung ist, daß man Buchstaben verwendet. Die Adresse kann man sich dadurch sehr leicht merken. Doch damit das Internet eine DNS-Adresse auswerten kann, muß sie wieder von sogenannten DNS-Servern in eine IP-Adresse umgewandelt werden. Erst dann nehmen die Pakete ihren Weg zum Ziel im Internet auf.

krimmermagnet.at

Bei der DNS-Adresse (Domain Name System) wird im Gegensatz zu seinem Pendant zuerst der Computer angegeben. Dieser ist im obigen Beispiel der Computer/Benutzer “krimmer”. Der zweite Teil gibt zum einen das Netzwerk an, der durch das Zeichen “” (auch Klammeraffe genannt) vom Computernamen getrennt wird. Hier ist “magnet” der Name des Netzwerks. Zum anderen findet sich am Schluß, durch einen Punkt getrennt, noch der Name des Gebiets (engl. Domain). Dabei handelt es sich meist um einen geographischen Bereich, wie auch bei “at”, das für Österreich steht. Daneben gibt es aber auch Domains, die nach thematischen Gesichtspunkten vergeben werden: zum Beispiel “com” (commercial - für Firmen) oder auch “edu” (education - Bildungstätten).

Domain
Bedeutung
ac
Akademien
com
kommerzielle Unternehmen
edu
Bildungsstätten (z.B. Universitäten)
gov
zivile Behörden
mil
Militär
net
Netzwerke, die in keine andere Kategorie passen
org
Organisationen

Tabelle 2: Politische und zivile Domains

Land
Domain
Österreich
at
Kanada
ca
Schweiz
ch
Deutschland
de
Italien
it
Frankreich
fr
USA
gibt es nicht

Tabelle 3: Wichtige geographische Domains

2.1.3 Der Aufbau

2.1.3.1 LAN

Der Grundbaustein des Internet ist das LAN (Local Area Network). An diesem Punkt ist die Vernetzung leicht durchschaubar nach dem Client/Server Prinzip organisiert. Dies bedeutet, daß alle Clients (Kunde) an einen zentralen Server (Anbieter) angeschlossen sind.

Das Netzwerk ist die kleinste Einheit. Das Internet verbindet Netzwerke miteinander, nicht einzelne Computer eines Netzwerks.

2.1.3.2 MAN

Im Internet ist die Richtung der Daten nicht vorgegeben. Damit trotzdem eine gewisse Struktur im Datenfluß vorhanden ist, werden die einzelnen LAN zu einem MAN (Metropolitan Area Network - alternativ verwendet man auch den Begriff “Mid Level Area”) zusammengefaßt. Dies erfolgt nach geographischen oder thematischen Gesichtspunkten. Den Verbindungspunkt zwischen einem LAN und einem MAN nennt man NAP (Network Access Point). An einem solchen NAP steht ein Router. Das ist ein Computer, der über spezielle Programme den günstigsten Weg zum Ziel berechnet. Ein Paket, das vom Rechner A im LAN A zum Rechner B im LAN B will, wird vom LAN A zum NAP A ins MAN geschickt und findet von dort über den NAP B zum LAN B den Weg zum Rechner B.

2.1.3.3 WAN/Backbone

Genauso wie LAN durch ein MAN zu einer größeren Einheit zusammengeschlossen werden, werden MAN zu WAN (Wide Area Network) zusammengefaßt. Dadurch läßt sich das vorige Schema bereits auf Netzwerke ausdehnen, die verschiedenen MAN zugehören, aber demselben WAN unterstehen. Nach diesem Muster entstehen immer größere Bereiche, die über ein übergeordnetes Netzwerk kommunizieren. Die oberste Instanz wird als Backbone bezeichnet. Diese können zum Beispiel den ganzen Datenverkehr einer großen Firma, aber auch den eines ganzen Kontinents abwickeln. Schlußendlich ermöglicht die Kommunikation der Backbones untereinander den Informationsaustausch rund um die Welt. Zur globalen Kommunikation dienen Überseeleitungen und Satelliten.

 

Abbildung1: Struktur des Internet

2.1.4 Die Verwaltung

Im Internet gibt es weder eine zentrale Verwaltung, die darüber entscheidet, wer ans Netz gehen darf, noch werden von zentraler Stelle Regeln diktiert. Viele Anwender sehen darin die sogenannte Internet-Anarchie (die uneingeschränkte Informations- und Meinungsfreiheit), da niemand das Internet besitzt oder besitzen kann. Es setzt sich aus vielen unabhängigen Netzwerken mit eigenen Besitzern zusammen. Jeder Betreiber hat die Kosten selbst zu bestreiten, und hat daher das Recht, Bedingungen für den Transport von fremden Daten zu stellen. Es ist daher nicht möglich, daß man jemandem verbietet, etwas im Internet zu verbreiten, aber man kann von niemandem verlangen, daß er diese Daten weiterverbreitet.

2.2 CompuServe

2.2.1 Die Geschichte

Die Anfänge von CompuServe finden sich im Jahre 1969 in Columbus, der Hauptstadt von Ohio/USA. Eine Versicherungsgesellschaft schaffte eine Rechenanlage an, die weit über ihren Bedürfnissen lag. So gründete sie, um die überflüssige Rechenkapazität gegen Geld zur Verfügung stellen zu können, CompuServe Incorporated. Die Aufgabe lag in der Schaffung, Unterhaltung und Vergrößerung des Netzwerks, um externen Firmen einen direkten Zugriff auf die CompuServe Maschinen zu ermöglichen. Der Datentransfer lief offline ab, das heißt, die Programmierer/Systembetreuer von CompuServe teilten die Rechenzeit zu. Diese wichtigen Erfahrungen konnte CompuServe ab 1978 im Onlinemarkt einbringen. In einem kleinen Feldversuch mit 1.000 Mikrocomputern und mit dem sogenannten “MicroNet” wagte man den ersten Schritt. Es waren durchwegs Freaks, also Computerspezialisten, die an diesem Versuch teilnahmen, dadurch war das Angebot trotz des kleinen Umfangs ein großer Erfolg. Die logische Konsequenz war die Gründung des landesweiten Dienstes CompuServe Information Services (CIS).

Der endgültige Durchbruch gelang CompuServe 1980, da die dazu notwendige Hard- und Software durch Verträge mit Computerherstellern den Computern beigelegt wurden. Das gesteigerte Informationsangebot wie zum Beispiel die aktuellen Börsenkurse kurbelte den Erfolg an. Das notwendige Kapital für die weitere Entwicklung stand durch die Übernahme von CompuServe durch H&R Block Inc. (Finanzkonzern) zur Verfügung. H&R Block sah in CompuServe die Möglichkeit der schnellen Verbreitung von Finanzdaten oder des aktiven Börsenhandels über CompuServe.

Während der nächsten 10 Jahre stieg die Mitgliederzahl auf eine halbe Million Benutzer: Die Anzahl der Dienstleistungen nahm immer mehr zu, darunter Nachrichtendienste und komplexe Datenbanken. Mittlerweile gab es auch in fast jeder größeren Stadt der USA Einwählknoten. Ab 1989 wurde auch der interaktive Zugriff mit einer Benutzeroberfläche auf CompuServe durch den CIM (CompuServe Information Manager) möglich.

Gegen Ende der 80er Jahre war es auch für Nicht-Amerikaner durch erste Netzknoten in Europa, Südostasien und Australien möglich, einen einigermaßen günstigen Zugang zu CompuServe zu erhalten. 1994 konnte dadurch die Mitgliederzahl von 2 Millionen weltweit überschritten werden. Davon befanden sich 1,2 Millionen im nordamerikanischen, 500.000 im pazifischen/asiatischen und 200.000 im europäischen Raum. Und der Aufwärtstrend hält weiter an: etwa 80.000 Benutzer kommen derzeit monatlich hinzu. Voraussetzung dafür sind das aus eigens für CompuServe entwickelten Rechneranlagen bestehende Netzwerk in Columbus, das von etwa 1.000 Mitarbeitern betreut wird.

2.2.2 Die Adressierung

Da CompuServe ein kommerzieller Online-Dienst ist, wird hier hauptsächlich mit dem Namen der Benutzer operiert. Daneben gibt es noch die CIS-ID (CIS-Identity), mit dem jeder eindeutig identifiziert werden kann. Hierbei handelt es sich aber um ein für den Anwender nicht durchschaubares System.

2.2.3 Der Aufbau

In der Zentrale von CompuServe in Columbus spielt sich das Leben auf den 60 Minirechner von DEC, die durch ein eigens entwickeltes Betriebssystem verbunden sind, ab. Durch Vernetzung und unterbrechungsfreie Stromversorgung liegt die Downzeit bei nur 0,05 % (4 Sekunden pro Tag). Die Computer besitzen etwa 700 Gigabyte Datenspeicher. Um den Schaden bei diesen Datenmengen möglichst gering zu halten, werden die Daten täglich komplett gesichert.

Die Anlage besteht daneben auch aus der Anbindung an die Kommunikationsnetze in der ganzen Welt: Zum einen an das CompuServe-eigene weltweite Netz, das über Satelliten, Land- und Überseeleitungen kommuniziert, zum anderen an die Gateways mit Leitungen aus über 120 Ländern. Dadurch können zwischen 8.000 und 8.500 Benutzer zur gleichen Zeit bedient werden.

 

Abbildung 2: Der Weg vom PC über Telefon und Netzwerk zum CIS-Rechner

Dieser Weg wird beschritten, wenn man einen Login bei CIS (CompuServe Information Services) vornimmt: Das Modem stellt eine Verbindung über die gewöhnliche Telefonleitung zum CIS-Knoten her, von dem aus die Daten über den internationalen Netzdienst nach Ohio an die betreffende Maschine weitergeleitet und dann bearbeitet werden.

2.2.4 Die Verwaltung

Die Verwaltung erfolgt bei CompuServe in Ohio durch die rund 1.000 Mitarbeiter. Diese verwalten die riesigen Datenmengen und sorgen für Ordnung und Korrektheit im Ablaufs des CIS. Man vermeidet so gut es geht die Zensur, doch es gibt gewisse Einschränkungen, unter anderem im Bereich der Pornographie und des Rechtsradikalismus.

2.3 Das FidoNet

2.3.1 Die Geschichte

Im Juli 1984 entwickelte Tom Jennings ein Programm, das er nach seinem Hund Fido (in den USA ein weit verbreiteter Hundename) benannte. Damit konnte er von San Francisco aus, unter Ausnutzung der billigeren Telefontarife in der Nacht, Nachrichten an seinen Freund John Madill in Baltimore schicken. Daß die beiden dadurch eine wahre Lawine lostraten, konnten sie nicht ahnen. Nur zwei Monate später waren es bereits 30 Nodes, die mitmachten. Relativ früh gab es bereits den ersten europäischen Teilnehmer, den Node #33 Ron Smallwood aus London. Die Verbreitung des FidoNet in Europa war sein Verdienst.

Speziell die Überseeverbindungen bereiteten damals große Probleme, da aufgrund der unterschiedlichen Modemstandards in den USA und Europa, nur Verbindungen von 300 Baud möglich waren.

Die wachsende Teilnehmerzahl bereitete ebenfalls große Probleme. Um das besser zu organisieren, wurde die Nodelist eingeführt. Anfangs nur eine unverbindliche Liste, bekam sie mit der Zeit einen offiziellen Charakter. Zu Beginn war Tom Jennings noch für alles verantwortlich, gab jedoch eine Aufgabe nach der anderen ab, und konzentrierte sich auf die Weiterentwicklung des Programms “Fido”. Andere Programme, die die Teilnahme am Netz ermöglichten, wurden erst später entwickelt.

Der erste Schritt in die Zukunft des FidoNet war die Einführung des Routings. Die Technik des Routings gestattet es, einen Empfänger über andere, zwischengeschaltete Systeme zu erreichen. Der Vorteil liegt in den niedrigeren Kosten, da zumeist der Ortstarif optimal ausgenützt wird. Somit muß nicht jeder Teilnehmer am FidoNet alle anderen anrufen, sondern er erhält durch einen gezielten Anruf seine gesamte “Post”.

Im April 1985 war die Teilnehmerzahl bereits auf über 150 weltweit gestiegen, und daher wurde die bis dahin übliche Verwaltung aufgegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt mußte nur eine Nachricht an den Node #1 oder #51 geschickt werden, um in das FidoNet aufgenommen zu werden. Die Verwaltung des gesamten FidoNet wurden von diesen beiden Personen durchgeführt.

Die Verwaltungsänderung bestand darin, daß neben der Nodenummer zusätzlich eine Netznummer eingeführt wurde. Diese Netznummer, die regional vergeben wird, faßt die Nodes in bestimmten Gebieten zusammen. Bis zu einer gewissen Größe stellt die ebenfalls neu eingeführte Region ein Land dar. Damit wird die Verwaltung vereinfacht und auf viele Personen aufgeteilt.

Als 1986 bereits ein Großteil der Netznummern für die USA und Kanada vergeben waren, mußte eine Lösung gefunden werden, um Europa mit seiner wachsenden Teilnehmerzahl einbinden zu können. Naheliegend war da die Verwaltung der Regionen durch die Einführung von kontinentalen Zonen.

Ebenfalls in diesem Jahr wurde auch die Echomail durch das Sharewareprogramm von Jeffrey Rush eingeführt. Sie diente dazu, mit einer Nachricht mehrere Leute zu erreichen und ermöglichte offene Diskussionen mit einer Vielzahl von Beteiligten. Dadurch erhielt das FidoNet zusätzlich die Merkmale eines Massenmediums. Daß ein aufstrebendes Medium nicht ohne Regeln auskommen kann, ist klar. 1986 wurde die erste einheitliche Fidogesetzgebung, genannt Policy, eingeführt. Hier wurde die Verhaltens- und Verfahrensweise festgelegt. Es gibt zwei Gebote, an die sich jeder Benutzer halten sollte:

“Thou shalt not excessively annoy others”

“Thou shalt not be too easily annoyed”

Neben diesen für das FidoNet bedeutenden Ereignissen findet sich in der Geschichte von 1986 auch die Einführung des FidoNet in Deutschland. Im November des darauffolgenden Jahres konnte man auch in Österreich den ersten Node begrüssen.

Um daneben auch der inflationären Vergabe von Nodenummern Einhalt zu gebieten, wurde eine Subadressierung im Jahre 1988 eingeführt. Eine Point-Installation erlaubt eine nahezu volle Teilnahme am FidoNet. Die Einschränkung besteht darin, daß der Point nicht Mitglied des FidoNet ist, sondern eben nur ein Benutzer. Daraus folgt, daß der Node die volle Verantwortung für alle Handlungen seiner Points hat.

Seit 1989, die letzte offizielle Änderung der Policy datiert aus diesem Jahr, hat sich nichts Grundlegendes mehr geändert. Lediglich die Zahl der Mitglieder ist rasant angestiegen, die Übertragungsdauer für 1 MB wurde immer kürzer und die Übertragungsrate ging in astronomische Höhen.

Zählte man 1989 noch 6.000 Mitglieder, so waren es 1990 bereits 10.000. In Deutschland konnte man 1991 die 1.000, 1992 sogar über 2.000 zählen. Dann gab es aber in unserem deutschen Nachbarland einen schwarzen Punkt in der Fidogeschichte: Gegen eine von oben aufgezwungene Reorganisation der Region gingen die einzelnen Mitglieder auf die Barrikaden. Die Hälfte verließ das FidoNet Deutschland und gründete das Netz Fido Classic. Grund für die Reorganisation waren die sehr langen Maillaufzeiten, die aus der gewachsenen Struktur des Netzes resultierten. Daher wollte man in Deutschland, wie in Österreich, ein nach Bundesländern gegliedertes System einführen. Man wehrte sich vor allem deswegen dagegen, weil es im FidoNet normalerweise demokratisch zugeht (näheres siehe 2.3.4 Verwaltung), und nichts von oben herab aufgezwungen wird. Mittlerweile haben die beiden Gruppen wieder zueinander gefunden. Die Steigerung der Mitgliederzahl hat das nicht beeinflußt, denn inzwischen hält man bei 38.249 (Stand: 16. Februar 1996) Mitgliedern. Das sind nur die Nodes, die Mailboxbenützer und Points sind dabei nicht eingerechnet.

2.3.2 Die Adressierung

Ursprünglich war die Adresse nur eine fortlaufende Nummer. Das nach kurzer Zeit eingeführte Netz wird durch einen Schrägstrich von der nachgestellten Nodenummer getrennt. Die ersten zwei Ziffern der Netznummer stellen die Region dar. Davor findet sich die durch einen Doppelpunkt getrennte Zone. Sie kann einen Wert von 1 bis 6 annehmen, je nachdem in welchem Kontinent sich der Node befindet.

Somit setzt sich eine FidoNet Adresse wie folgt zusammen:

Zone:Net/Node (2:318/8)

Diese Adresse wird auch als 3D-Adresse bezeichnet (3 Domains), da sie aus drei Teilen besteht.

Die Subadressierung, durch die 1988 eingeführten Points, ergibt sich aus der Nummer des Boss (das ist der Node, der dem Point die Nachrichten zur Verfügung stellt), einem nachfolgenden Punkt und einer willkürlich zugeteilten Nummer. Der Node selbst führt der Kompatibilität wegen die 0. So sieht diese 4D-Adresse aus.

Zone:Net/Node.Point (2:318/8.8)

Dem Erfolg des FidoNet nacheifernd, haben sich nach und nach auch andere Interessengruppen gebildet, die die FidoNet-Technologie nützen, um nach ihren eigenen Regeln zum Teil auch kommerzielle Inhalte zu verbreiten. Um Konflikten durch unter Umständen gleiche Adressen (obwohl meist unterschiedliche Zonennummern verwendet werden) aus dem Weg zu gehen, wurde die 5D-Adresse eingeführt, die eigentlich keine Verbreitung gefunden hat.

Sie setzt sich aus der 4D-Adresse und dem Namen des Netzwerks getrennt durch einen “” zusammen.

Für das FidoNet sieht das wie folgt aus:

2:318/8fidonet.org

Für das TrekNet (ein Netzwerk, das die FidoNet Technologie verwendet und in dem über die Kultserie “Raumschiff Enterprise” (StarTrek) in allen Variationen diskutiert wird):

37:200/18treknet.ftn

2.3.3 Der Aufbau

Grundsätzlich ist das FidoNet hierarchisch aufgebaut. So ist es in die logischen Blöcke Zone, Region, Netz, Node und Point unterteilt. Diese Hierarchie kommt jedem einzelnen Teilnehmer zu Nutzen, da es ihm ermöglicht, durch den Transport über andere Systeme zum Empfänger kostengünstig Nachrichten in alle Welt zu schicken. Zu diesem Zweck haben sich Routingstrukturen gebildet, die sich an den Node- und Netznummern orientieren.

Abbildung 3: Routing im FidoNet Vorarlberg (2:318)

Daher übernehmen bestimmte Nodes im FidoNet die Aufgaben von Nachrichtenverteilern. Diese werden Hubs und Sternverteiler genannt. Sie erbringen diese Leistung kostenlos oder bitten um einen kleinen Betrag, um die Telefonkosten zu mindern. Der oberste Sternverteiler in einem Net ist der Network Coordinator (NC). Innerhalb eines klar definierten geographischen Gebiets schließen sich Nets zu einer Region zusammen. Der oberste Mailverteiler ist analog der Region Coordinator (RC). Über den Regionen steht die Zone, die durch einen Zone Coordinator (ZC) verwaltet wird. Und zur weltweiten Koordinierung gibt es dann noch den International Coordinator (IC), dessen Funktion eher politisch anzusehen ist. Diese hierarchische Struktur ermöglicht es, daß man die Position eines Nodes (Hub, NC) anhand der Nodenummer herausfinden kann. Man kann den Standort durch die Zonen und Netznummer erkennen.

Die Aufgabe der Koordinatoren liegt in der Vergabe der Node- und Netznummern, der Verwaltung der Nodelistensegmente und in der Organisation eines reibungslosen Mailtransports.

Zone
Kontinente
1
Nordamerika
2
Europa (inklusive Israel und Türkei)
3
Australien und Ozeanien
4
Lateinamerika
5
Asien
6
Afrika

Tabelle 4: Zonen des FidoNet