GEOGRAPHIEPROJEKT:
Neubau der ICE - Strecke von Ebensfeld bis
Erfurt 22825bul49uci1i
( Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr.8 ) uc825b2249ucci
Thema : Raum und Streckenplanung
Neubau der ICE – Strecke von Ebensfeld bis Erfurt
Inhaltsangabe :
Einleitung :
Hauptteil :
Vorteile der Bahn gegenüber dem Straßen – und Luftverkehr , Gründe für den Ausbau der Strecke
Erläuterung des Streckenneubaus und des Streckenverlaufes von Ebensfeld bis Erfurt
Konkretes Beispiel der baulichen Veränderungen der Bahnhöfe anhand des Erfurter Hauptbahnhofes
Vorteile und Nachteile für die Umwelt
Schluß :
Vorstellen des Themas :
Im Rahmen des Geographieunterrichtes der zehnten Klassen behandeln wir einen wichtigen Aspekt des Streckenausbaus für die Streckenverbindungen in Europa . Da Thüringen im Herzen Deutschlands und inmitten Europas gelegen ist , wird es zu einem wichtigen Handelspunkt in den Verbindungen Nord- Süd
und West- Ost . Viele bedeutsame Handelswege laufen durch dieses Bundes- land . Mit der Wiedervereinigung Deutschlands gewinnt vor allem die Ost- West- Verbindung an Bedeutung . Die Bahn stellt außerdem die umwelt- freundlichste Alternative zum Luft – und Straßenverkehr dar . Die Projekte der Bahn sind im Bundesschienenwegeausbaugesetz und dem Bundesverkehrs- wegeplan als vordringlich eingestuft , weil sie die neue leistungsfähigere Nord- Südverbindung von Verona über München weiter nach Erfurt , Leipzig , Berlin und sogar bis Skandinavien entstehen läßt . Die Strecke fließt außerdem in das Programm „ Transeuropäische Netze“ der Europäischen Union mit ein .
Abgesehen von den wirtschaftlichen Vorteilen bietet diese Strecke Fahrtzeiten-
verkürzungen beispielsweise bis zu fünf Stunden auf der Strecke Berlin- Verona und bis zu zweieinhalb Stunden auf der Strecke Erfurt- Coburg . Auf weiteren Strecken sind Fahrtzeitenverkürzungen bis zu 70 % möglich .
Vorteile der Bahn :
Um Europa zusammenwachsen zu lassen , muß man zunächst Deutschland vereinen .Warum gerade die „Bahn“ den Zusammenschluß beschleunigen soll, ist vielen Menschen unklar , aber wenn man an Umwelt , Sicherheit und Wirtschaft denkt , wird sehr schnell bewußt wie wichtig die Bahn ist .
Betrachtet man hierzu die Kohlendioxid- Emission , so fällt sehr schnell auf ,daß die Bahn im Gegensatz zum PKW und zum Flugzeug sehr wenig davon ausstößt. Außerdem verbraucht die Bahn weniger als die Hälfte an Energie als
PKW und Flugzeug . Obwohl die Verkehrsleistung des Güterfernverkehrs in der
alten Bundesrepublik seit 1974 um mehr als 40% anstieg , ging der Anteil der Bahn von damals 40% bis auf 20% zurück . Mit neuer Technologie , besserer Logistik , moderneren Fahrzeugen und neuen Kapazitäten will die Bahn den Markt zurück erobern .
Für Unternehmen die sich dann in Deutschland ansiedeln wollen , sind dann wichtige Grundlagen geschaffen , um ihre Produkte vermarkten zu können .
Natürlich darf man auch nicht die Verkürzung der Fahrtzeiten die bei dem Ausbau der Strecke entstehen , vergessen . Davon profitieren natürlich auch die Kunden die sich täglich mit der Bahn fortbewegen . Mit enormen Fahrtzeitenverkürzungen kann man dann auf vielen Strecken rechnen .
| |
Heute |
Zukunft |
Frankfurt/Main |
2,5 |
2 |
Coburg |
2,75 |
0,33 |
Nürnberg |
3 |
1 |
München |
5,5 |
2,25 |
Dresden |
3 |
1,5 |
Berlin |
3,5 |
1,5 |
( Einheit : Zeit in Stunden )
So benötigt man für die Strecke Frankfurt/Main – Erfurt nicht mehr zweieinhalb
Stunden , sondern nur ganze 115 Minuten . Spitzenreiter ist Coburg mit einer
Verkürzung von fast zweieinhalb Stunden . Es werden nicht mehr zwei Stunden
und fünfundvierzig Minuten in Anspruch genommen , sondern nur noch zwanzig Minuten . Auch München wird in Zukunft in zwei Stunden und fünf-
zehn Minuten erreichbar sein , anstatt seiner heutigen viereinhalb Stunden .
Ebenso verkürzt sich die benötigte Fahrtzeit von Erfurt nach Nürnberg . Braucht
man heute noch drei Stunden bis Nürnberg , so kann in Zukunft Nürnberg
schon in einer Stunde zu erreichen sein . Auch um nach Berlin zu gelangen
sind nicht mehr dreieinhalb Stunden nötig , sondern nur noch neunzig Minuten .
Gleichfalls verkürzt sich die Fahrtzeit nach Dresden . Zukünftig wird die
sächsische Stadt in eineinhalb Stunden zu erreichen sein , wofür man heute noch
die doppelte Zeit im Zug verbringen muß .
Somit kann man sagen , daß auf allen Strecken enorme Verkürzungen zu er-
warten sind . Auch andere Vorteile bietet der Streckenausbau .
Mit steigender Nutzung der Bahn kann der Verkehr auf den Autobahnen ver-
ringert werden . Da Bahnhöfe oft an die öffentlichen Verkehrsmittel ange-
schlossen sind , können die Menschen direkt vom Bahnhof in die Städte fahren .
Somit wird der Verkehr in den Innenstädten und die Kohlendioxid- Emmission , die das Erweitern des Ozon- Loches zur Folge hat , reduziert . Auch der erhöhte Verkehr in den Städten wird gering gehalten , da man nicht mehr mit dem Auto fahren muß, um zu dem gewünschten Ziel zu gelangen .
Außerdem benötigt der Bau einer Eisenbahntrasse viel weniger Platz , als eine
sechsspurige Autobahn . Desweiteren kann die Eisenbahnverbindung auch wirt-
schaftlich genutzt werden , da die entsprechenden Fahrtzeiten um einiges ver-
kürzt werden ( siehe oben ) . Somit wird eine Konkurrenz zur Autobahn her-
gestellt , da es auf dem Schienenweg kaum vorstellbar ist , daß es zu einem Stau
kommt .
Streckenverlauf von Ebensfeld bis Erfurt :
Die Strecke von Ebensfeld bis Erfurt wird komplett neu gebaut und soll
rund 14,464 Milliarden kosten . Sie verläuft durch Bayern und Thüringen und
ist 107 km lang . Im Jahr 2004 soll die Strecke von Nürnberg bis Erfurt befahrbar sein und wird dann die Bahnhöfe Rödental, Theuern, Ilmenau und
Eischleben durchlaufen . Die Strecke führt durch sechs Landkreise und 40 Ge-
meinden . Von Nürnberg kommend , wird man sich ab Ebensfeld auf der Neu- baustrecke befinden und fährt über die Mainbrücke Wiesen und die Flutmulden-
brücke Wiesen in den 3,6 km-langen Tunnel Eierberge . Von dort geht es dann für kurze Zeit wieder an das Tageslicht , aber sogleich verschwindet der Zug wieder im Tunnel Kulch und gleich danach im Tunnel Lichtenholz . Anschließend geht es über die Mühlbachbrücke Untersiemau , die Tal –
brücke Weißenbrunn an der Fulda , in den Tunnel Füllbach , über die Füll-
bachtalbrücke , durch den Tunnel Rennberg , über die Kiengrundbrücke ,
durch den Tunnel Feuerfels und vorbei an Coburg schließlich bis zum Bahnhof Rödental . Um bis zum Bahnhof Theuern zu gelangen , muß man fünf weitere Brücken überqueren und drei weitere Tunnel durchfahren .
Die nächsten 35 km bestehen dann zum größten Teil aus Tunneln und ver-
einzelten Brücken , schließlich erreicht man den Bahnhof Ilmenau . Jetzt noch über die Wümbachtalbrücke , die Röstalbrücke , die Humbachtalbrücke und durch den Tunnel Sandberg. Danach fährt man ungefähr 13 km neben der neuen Autobahn A71 bis zum Bahnhof Eischleben . Von da sind es dann nur noch ein paar Minuten bis Erfurt .
Die gesamte Reisezeit von Berlin nach Nürnberg wird nach Fertigstellung zwei Stunden und neununddreißig Minuten betragen , vorher benötigte man für die selbe Strecke sieben Stunden und fünfzig Minuten .
Die benötigten Tunnel werden folgende Gesteinsschichten durchqueren :
Tunnel |
Gesteinsschicht |
Gemeinde |
Eierberge |
Lias |
Markt Ebensfeld-Stadt Staffelstein (Bayern) |
Kulch
|
Lias |
Stadt Staffelstein (Bayern) |
Lichtenholz |
Keuper |
Stadt Staffelstein (Bayern) |
Füllbach |
Keuper |
Stadt Lichtenfels (Bayern) |
Rennberg |
Keuper |
Grub a.F. (Bayern) |
Feuerfelsen |
Keuper |
Stadt Coburg (Bayern) |
Reitersberg |
Muschelkalk- Buntsandstein |
Stadt Rödental (Bayern) |
Müss |
Buntsandstein |
Roth (Bayern) |
Baumleite |
Muschelkalk |
Grümpen (Thüringen) |
Blessberg |
Muschelkalk- Ordovizium-Präkambrium |
Stadt Eisfeld- Friedrichs- höhe – Saargrund (Thrg) |
Goldberg |
Präkambrium- Ordovizium |
Goldisthal (Thüringen) |
Rehberg |
Präkambrium |
Masserberg |
Masserberg |
Präkambrium |
Katzhütte |
Fleckberg |
Präkambrium |
Altenfeld |
Silberberg |
Präkambrium |
Großbreitenbach |
Brandkopf |
Rotliegendes |
Gehren |
Lohmeberg |
Rotliegendes |
Gehren |
Tragberg |
Rotliegendes |
Gehren-Langewiesen |
Sandberg |
Buntsandstein |
Traßdorf |
Behringen |
Muschelkalk |
Dannheim |
Augustaburg |
Muschelkalk |
Erfurt |
Auf der Neubaustrecke werden insgesamt 21 Tunnel gebaut , die zwischen 463 und 8.314 Meter lang sind . Um die Tunnel in den Berg zu legen , wird die Sprengtechnik zum Vortrieb verwendet . Da verschiedene Gesteinsschichten vorhanden sind , werden auch unterschiedlich große Sprengladungen benutzt . Bei den fünf größten Tunnel wird von beiden Seiten gleichzeitig in den Berg gearbeitet . Die Tunnel sind groß genug , um beide Gleise durch eine Tunnel-
röhre zu legen . Außerdem verfügen die Tunnel über ein ausgezeichnetes Sicher-
heitssystem . Bei jedem Tunnel sind alle 1000 m Notausgänge aus dem Berg gelegt , die den Personen , falls wirklich mal etwas passieren sollte , einen möglichst schnellen Weg nach draußen erlauben.
Die Fluchtwege sind bis 300 m begehbar und haben eine Höhe von rund 2,50 m und eine Breite von circa 1,50 m . Ab diesen 300 m sind die Fluchtstollen auch befahrbar . Dies erleichtert den Transport von verwundeten bzw. verletzten Personen ungemein . Die befahrbaren Stollen sind etwa 4 m hoch und 5 m breit . Falls diese Notausgänge aber nicht erreicht werden können , sind außerdem noch Rettungsschächte in den Berg eingebaut . Sie sind bis zu 60 m hoch und durch sie führt eine Wendeltreppe ans Tageslicht . Sie haben einen Durchmesser von 5,10 m .
Falls es in den Eisenbahntunnel mal zu einem Brand kommen sollte , verfügen die Tunnel über Löschwasserreserven , mit denen in einem Notfall schnell gelöscht werden kann . Dies alles wird ermöglicht durch eine neue Betriebs-
leittechnik , die eine rechnergestützte Zugüberwachung ermöglicht.
All diese Sicherheitsmaßnahmen wurden mit den Innenministerien von Bayern und Thüringen abgestimmt und durch Planfeststellungsbeschlüsse rechtlich fest-
geschrieben . Gemeinsam mit den Innenministerien wurden zudem Konzepte zu Einsatz und Ausrüstung der Feuerwehren erstellt .
Bei diesen Tunnelarbeiten wird natürlich auch viel Gestein ans Tageslicht befördert . Um mit diesem Bioabfall nicht unnötig Deponien zu belasten , wird das meiste Gestein zur Schüttung von Dämmen eingesetzt oder wirtschaftlich verarbeitet (z.B. als Betonzuschlag ) . Für die restlichen 14,7 Millionen Kubik-
meter Material haben sich die Firmen etwas Neues ausgedacht , daß Material wird auf eine sogenannte „ Erdstoffdeponie“ gebracht . Diese Deponien werden in das Landschaftsbild eingebunden . So werden vorhandene Kuppen überhöht oder Hanglagen ausgenutzt . Das Wegenetz wird entsprechend der künftigen Nutzung wieder errichtet oder neu angelegt . Da nur Ausbruch- und Aushub- material genommen wird , besteht keine Beeinträchtigung für das Grundwasser .
Vorgehensweise:
Der Oberboden – die Muttererde und darunter liegende Schichten – werden ab-
getragen und sorgfältig zwischengelagert . Nun wird das Deponiematerial so eingebaut , daß die Umwelt nicht beschädigt bzw. beeinträchtigt wird . Danach wird der Oberboden wieder aufgetragen .
Auf der Strecke werden nicht nur Tunnel gebaut sondern 29 Tal-, 46 Straßen-/ Wege- und 23 andere Eisenbahnbrücken . Die Talbrücken erstrecken sich über eine Gesamtlänge von 12 km .
Sie können auf zwei unterschiedliche Weisen gebaut werden .
1. Vorschub- Verfahren: Bei diesem Verfahren wird von den Brücken-
pfeilern aus Stück für Stück des Brückenüberbaus
jeweils am vorderen Ende angefügt . So wächst die
Brücke von jedem Pfeiler aus in beide Richtungen.
2. Taktschiebeverfahren: Hier entsteht das gesamte Brückenoberteil
scheibchenweise an einem Ende der Brücke . Es
wird ein Abschnitt betoniert , nach vorn gescho-
ben und der nächste Teil betoniert . So wächst der
Brückenüberbau immer am hinteren Ende und
wird dann allmählich über das Tal zum anderen
Auflagepunkt geschoben .
Bei beiden Bauverfahren werden die Pfeiler der Brücken vorher errichtet , aber schon jetzt verlagert sich die Baustelle in luftige Höhe . Die langen und weiten Bögen der Brücken werden im „Freivorbau“ errichtet . Von den beiden Fuß-
punkten aus wachsen die Bogenhälften bis zum Scheitelpunkt zusammen , ohne dabei den Talgrund zu beeinträchtigen und das damit verbundene Ökosystem zu verletzen , denn die Talbrücken werden auch über einige Naturschutzgebiete gebaut . Dies konnte leider nicht anders geplant werden , wurde aber mit den entsprechenden Behörden der Bundesländer vorher genauestens besprochen .
Außerdem werden Ausgleichsmaßnahmen zur Erhaltung des Naturraumes getroffen , wie an dem nun folgenden Beispiel zu sehen ist .
So werden die einzelnen Bodenarten , die zerstört werden , an anderen Stellen wieder hergestellt . Dabei wird natürlich auf die einzelnen Arten sehr geachtet , da sie verschieden wichtig für das ökologische Gleichgewicht sind . Ungenutzter Boden beispielsweise wird zur Hälfte wo anders wieder hergestellt , ein Feucht- biotob muß aber viermal so groß wieder hergestellt werden , um den natürlichen Raum nicht zu stark zu beeinträchtigen .
Bsp.: Bündelungsstrecke mit der A 71
Westlich des Willinger Berges ist ein Verlust von Waldbeständen am Sandberg
und ein Verlust und die Beeinträchtigung landwirtschaftlich genutzter Flächen nicht zu vermeiden gewesen . Als Gegenmaßnahmen werden z. B. der Aufbau eines Waldsaumes mit standortgerechten und standfesten Arten , Rohbodensuk-
zession auf den Einschnittsböschungen , Umwandlung von Acker in Wirt- schaftsgrünland mit Nutzungseinschränkung , Einsaat von artenreichen Kraut- Grasfluren bzw. Anpflanzung von Heckenstrukturen auf Dammböschungen und trassenbegleitenden Flächen und naturnahe Gestaltung des Regenrückhalte- beckens unternommen .
In der Wipfraaue , südlich von Behringen hat man einen Verlust von Auwald und Gehölzbeständen feuchter Standorte im Bereich der Wipfraquerung und die Beeinträchtigung landwirtschaftlicher Flächen im Bereich Willinger Berg . Als Gegenmaßnahmen werden die Umwandlung von Ackerflächen in Wirtschafts- grünland mit Nutzungseinschränkung und in extensiv genutztes Grünland vor-
genommen .
Am stärksten durch Umbaumaßnahmen betroffen ist die Deponie Osterberg , da hier eine Überbauung und Überschüttung im Bereich der Wipfraaue vorliegt . Um die Schäden gering zu halten , werden Magerrasenansaaten auf der Deponiefläche gesät. Desweiteren wird die Bewirtschaftung der vorhandenen Flächen ausdehnt . Pflanzung von Gehölzen quer zu den Trassen auf den Deponieflächen zur Strukturanreicherung und Rohbodensukzession auf den Einschnittsböschungen werden ebenfalls unternommen . Ebenso wird der Tunnelvoreinschnitt zur Emmissionsminderung und Schutz der angrenzenden Flächen bepflanzt . Waldneugründung zur Abpufferung der Wipfraaue und Ansaat artenreicher Kraut- Grasmischungen auf den Trassenzwischenflächen und naturnahe Gestaltung des Regenrückhaltebeckens werden ebenfalls benutzt .
Auch der nördliche Osterberg ist durch den Verlust von Holzbeständen und Hecken auf frischem Standort zwischen Branchewinda und Rohda betroffen . Um hier für ein ökologisches Gleichgewicht zu sorgen , werden Waldneugründungen mit Ausbildung eines reichstrukturierten Waldmantels , wegebegleitende Einzelbaumpflanzungen und die Umwandlung von Acker in ausgedehntes Grünland vorgenommen .
Bei den Ackeranlagen südöstlich von Branchewinda entsteht ein Verlust und die Beeinträchtigung von Extensivgrünland durch den Trassenbau , die Baufelder und einige Baueinrichtungen . Somit ist hier nur die Ausbreitung der Ackernutzung und die Umwandlung von Acker in Wirtschaftsgrünland nötig .
Letztlich sind noch nördlich vom Tunnel Behringen Umbaumaßnahmen , wie Rohbodensukzession auf den Einschnittsböschungen , die Ansaat von arten-
reichen Kraut- Grasmischungen auf den Böschungen und die Heckenpflanzung entlang von Trasse und kreuzenden Wegen nötig . Da hier ein Verlust von Mischwald im Bereich Tunnel Behringen (Nordportal) und die Beein- trächtigung landwirtschaftlicher Flächen nicht zu verhindern war .
Schallschutzmaßnahmen
Um die Anwohner verschiedener Regionen vor dem Lärm der Eisenbahn zu schützen , müssen entsprechende Schallschutzwände (- wälle ) gebaut werden .
Wann es notwendig ist , solche Schallschutzwände zu bauen , schreibt die Ver-
kehrslärmschutzordnung ( 16. BimSchV) vor . Um herauszufinden , wo Maßnahmen zur Verringerung von eventuell überschrittenen Grenzwerten ge- troffen werden müssen , wurden schalltechnische Untersuchungen durchgeführt.
Einerseits haben diese zusätzlichen Baumaßnahmen den Zweck die Siedlungen
vom Bahnlärm abzuschirmen , aber andererseits sollen sie eine unaufdringliche
Einbindung der Trasse in das Landschaftsbild nicht verhindern . Hierzu wurden
Für die entsprechenden Gegebenheiten die bestmöglichen Lösungen gesucht .
Der sogenannte Bahnlärm entsteht entweder durch kaum wahrnehmbare Un- ebenheiten (Riffeln) auf den Gleisen oder bei hohen Geschwindigkeiten durch die Oberflächenstruktur der Fahrzeuge . Um den Lärm zu verringern , haben die Ingenieure die Technik und die aerodynamischen Formen überholt und ver –
bessert . Beispielsweise wurden schalloptimierte Räder für Güterwagen und Schallabsorber für den ICE entwickelt . Durch diese Maßnahmen konnte der Lärm um vier Dezibel verringert werden .
Ein Verringern des Lärms bei Güterzügen ist momentan noch nicht realisierbar , da dafür ein internationales Handeln notwendig wäre .
Elektrosmog
Dinge , die uns täglich umgeben , die wir aber trotzdem nicht wahrnehmen können , sind elektrische und magnetische Felder . Sie sind elementare und natürliche Eigenschaften der Materie ( Bsp.: Gravitation ) . Diese Felder werden
auch durch menschliches Tun verursacht . Die Quellen für solche Felder sind überall vorhanden und mehren sich . So zum Beispiel ein Fernseher , Computer-
Bildschirm , eine Mikrowelle , ein Mobiltelefon oder ein Haarfön . Aufgrund dieses großen Vorkommens werden eventuelle Auswirkungen auf die Gesund- heit schon seit Jahrzehnten untersucht . Zum Schutz der Umwelt wurden national und international strenge Grenzwerte festgelegt . Hier sind nun einige Grenzwerte aufgelistet , die durch die Weltgesundheitsorganisation für Dauer- belastung durch elektrische und magnetische Felder im Haushalt festgelegt worden :
|
|
Elektrische Feldstärke |
Magnetische Flußdichte |
Haarfön |
80 |
2000 |
Staubsauger |
50 |
20 |
Fernseher |
60 |
0,15 |
( Einheiten : Elektrische Feldstärke in Volt pro Meter und
Magnetische Flußdichte in Mikrotesla )
Quellen der Bahn für elektormagnetische Felder sind die Energieversorgungs-
systeme und hochfrequente Funkanlagen für die Mobilkommunikation . Eine Gefahr für Benutzer und Anwohner geht von ihnen nicht aus .
Am Beispiel einer 110 kV – Bahnstromleitung wird deutlich wie ungefährlich ihre Verwendung in der Nähe von Wohngebieten ist :
Höhe |
Abstand |
Elektrische - Feldstärke |
Magnetische – Flußdichte |
0 m |
10 m |
|