;llen zur Wärme- und Stromgewinnung stellt den dritten Weg der Kunststoffverwertung dar.
Abb. 23: Verwertungsmöglichkeiten
Welches der möglichen Verwertungsverfahren im Einzelfall zur Anwendung kommt, hängt von einer Reihe von Randbedingungen ab. Sortenreinheit und Verschmutzung der Abfälle, die anfallende Abfallmenge, die Art der Sammlung und die Nachfrage nach den Verwertungsprodukten spielen dabei eine wichtige Rolle.
Die verschiedenen Verwertungsmöglichkeiten sind nicht als gegensätzliche einander konkurrierende Wege zu sehen. Sie sollen vielmehr in einem sinnvollen Mix genutzt werden, wobei die verschiedenen Kunststoffabfälle dem jeweils geeigneten Verfahren zugeführt werden können.
4.2 Stoffliche Verwertung oder Materialrecycling
Bei der stofflichen Verwertung bleiben die Kunststoffe als Material erhalten es erfolgt nur eine mechanisch/physikalische Behandlung. Sie werden zerkleinert, gewaschen, getrocknet, geschmolzen und wieder zu Granulat geformt, das man als Regranulat bezeichnet.
Anwendbar ist dieses Verfahren für alle thermoplastischen Kunststoffe, zu denen 80% aller Kunststoffe zählen.
Abb. 24: Stoffliche Verwertung
Vorraussetzung für die Verwertung zu Regranulat ist eine Sortierung nach Kunststoffarten und eine Reinigung. Der Grund dafür sind die Unverträglichkeit vieler Kunststoffe untereinander und die unterschiedlichen Schmelztemperaturen. So beginnt z.B. Polyethylen bereits bei 140° C, Polystyrol dagegen erst bei 160° C zu schmelzen und die Schmelztemperatur von PET liegt bei 280° C. Ein Gemisch verschiedener Kunststoffe bildet daher keine homogene Schmelze und lässt sich somit nicht zu Granulat umformen. Fremdstoffe wie Metall- und Glasteilchen, Sand und Schmutz stören die Verwertung auch, sodass die sortierten Kunststoffe vor dem Schmelzen gewaschen werden, um Regranulat von guter Qualität herstellen zu können.
Abb. 25: Regranulat
4.2.1 Wo wird Regranulat eingesetzt?
Liegt in einem Gemisch verschiedener Kunststoffe ein Kunststoff in großer Menge vor, so gibt es die Möglichkeit das Gemisch direkt zu neuen Produkten zu verwerten. Bei diesem Verfahren wird der Hauptbestandteil des Gemenges, in der Praxis ist dies meist Polyethylen, geschmolzen und dient als Bindemittel, in dem die anderen noch nicht geschmolzenen Kunststoffteilchen als eine Art Füllstoff eingelagert sind. Solche "schein-homogenen" Massen lassen sich dann direkt zu Produkten verarbeiten wie z.B. Platten.
Abb. 26: Platten aus „schein-homogene“ Masse
Aus ökologischen und ökonomischen Gründen sind für stark vermischte und verschmutzte Kunststoffabfälle in vielen Fällen die beiden alternativen Verwertungsmethoden wie rohstoffliches Recycling oder die energetische Verwertung vorzuziehen.
4.2.2 Grenzen der stofflichen Verwertung